DESZENSUS - SENKUNG - PROLAPS

Senkung (Deszensus)

ist das Absinken oder die Verlagerung von Organen wie der Gebärmutter, der Blase oder des Darms in Richtung Scheide.

Vorfall (Prolaps)

ist eine spezielle Form der Senkung, bei der ein Organ oder ein Teil davon, durch die Scheidenöffnung nach außen stülpt. 

Im kleinen Becken sind mehrere Organe eng miteinander verbunden:

Harnblase mit der Harnröhre, die Gebärmutter mit den Eierstöcken, die Scheide sowie der Enddarm. Sie werden normalerweise durch ein komplexes Zusammenspiel aus Muskeln, Bindegewebe und Bändern (Ligamenten) des Beckenbodens in ihrer anatomisch korrekten Position gehalten.

Ist diese Haltestruktur geschwächt, kann es zu einer Lageveränderung oder einem Absinken einzelner Organe kommen. In der Medizin spricht man dann von einer Beckenbodensenkung oder einem Beckenorgan-prolaps. Die Stabilität des Beckenbodens hängt wesentlich von der Kraft der Muskulatur und der Festigkeit des Bindegewebes ab.

Kommt es zu einer Überlastung oder Funktionsminderung dieser Strukturen, verlieren sie ihre stützende Wirkung. Ein dauerhaft erhöhter Druck im Bauchraum – etwa durch starkes Übergewicht, chronische Verstopfung oder regelmäßig schwere körperliche Belastung – kann das Risiko für ein Absinken zusätzlich erhöhen. In solchen Situationen werden die Beckenorgane vermehrt nach unten gedrückt, sodass ihre natürliche Lage nicht mehr ausreichend gesichert ist.

Verschiedene Formen des Prolapses

Bei einer Beckenbodenschwäche können unterschiedliche Organe betroffen sein. Je nachdem, welches Organ sich absenkt oder vorwölbt, unterscheidet man:

Blasenprolaps (Zystozele)
Hierbei senkt sich die Harnblase in Richtung Scheide ab und wölbt sich in die vordere Vaginalwand vor. Häufig geht dies mit Beschwerden beim Wasserlassen einher, etwa unvollständiger Blasenentleerung oder vermehrtem Harndrang.

Rektozele
Dabei handelt es sich um eine Vorwölbung der vorderen Rektumwand in die hintere Vaginalwand. Diese Form tritt nicht selten gemeinsam mit einer Gebärmuttersenkung auf. Typische Beschwerden betreffen die Stuhlentleerung, zum Beispiel erschwerter Stuhlgang oder das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung.

Rektumprolaps (Mastdarmvorfall)
In diesem Fall stülpt sich der Enddarm durch den After nach außen. Dies ist von der Rektozele zu unterscheiden, da hier nicht die Scheide, sondern der Analkanal betroffen ist.

Dünndarmprolaps (Enterozele)
Hierbei sinkt eine Dünndarmschlinge zwischen Scheide und Rektum ab. Betroffene berichten häufig über Druckgefühl im Becken oder wiederholten Stuhldrang. Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Formen, etwa infolge chronisch erhöhten Bauchdrucks (z. B. bei starkem Husten oder körperlicher Belastung), nach Schwangerschaft und Geburt, bei Östrogenmangel, nach vorangegangenen Operationen im Beckenbereich oder aufgrund angeborener Bindegewebsschwächen.

Vaginalwandprolaps
Hier senkt sich die Scheidenwand selbst ab. Man unterscheidet eine vordere Form (oft in Verbindung mit einer Zystozele oder Urethrozele) und eine hintere Form (häufig kombiniert mit Rektozele oder Enterozele). Ursache ist eine Schwächung der stützenden Muskulatur und des Bindegewebes.

Gebärmuttersenkung (Descensus uteri)
Dabei sinkt die Gebärmutter in Richtung Scheideneingang ab. Reicht sie bis an den Introitus heran oder tritt darüber hinaus, spricht man von einem Uterusprolaps.

Alle genannten Formen können einzeln oder kombiniert auftreten und sind Ausdruck einer Beeinträchtigung der stützenden Strukturen des Beckenbodens.

Im gesunden Zustand befindet sich die Gebärmutter im oberen Bereich der Scheide und ist über Bänder, Bindegewebe und die Muskulatur des Beckenbodens fest im kleinen Becken verankert.

Die genaue Stellung kann von Frau zu Frau etwas unterschiedlich sein, entscheidend ist jedoch die stabile Aufhängung durch einen intakten Halteapparat. Bei einer Gebärmuttersenkung (Descensus uteri) ist diese Stützfunktion geschwächt. Die tragenden Strukturen verlieren an Elastizität und Spannkraft, sodass die Gebärmutter unter dem Einfluss der Schwerkraft allmählich nach unten sinkt. Sie verlagert sich dabei in Richtung Scheideneingang und kann sich in die Scheide hineindrücken.

In frühen Stadien bleibt die Gebärmutter von außen nicht sichtbar. Eine leichte Senkung verursacht häufig keine Beschwerden und ist weder tastbar noch für die Betroffene spürbar. Erst mit zunehmendem Ausmaß können Symptome auftreten oder eine Veränderung klinisch festgestellt werden.

Die Entstehung einer Gebärmutter-Senkung

beruht in der Regel auf mehreren zusammenwirkenden Faktoren. Entscheidend ist eine nachlassende Stabilität von Bindegewebe, Bändern und Beckenbodenmuskulatur, die normalerweise für die sichere Aufhängung der Beckenorgane sorgen.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

* Mehrere Schwangerschaften, insbesondere nach vaginalen Geburten

* Überdehnung oder Verletzungen des Beckenbodens im Rahmen der Entbindung

* Altersbedingte Abnahme der Gewebeelastizität, wodurch die Spannkraft von Muskulatur und Bindegewebe nachlässt

* Hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren, vor allem der Rückgang des Östrogenspiegels, der die Gewebefestigkeit zusätzlich vermindert

Diese Faktoren können einzeln auftreten, verstärken sich jedoch häufig gegenseitig. In der Folge verlieren die tragenden Strukturen des Beckenbodens zunehmend ihre stützende Funktion, sodass es zu einer Absenkung der Gebärmutter kommen kann.

Die Senkung wird in 4 Grade eingeteilt

Grad 1: Die Gebärmutter (und ggf. umgebende Organe) sinken leicht ab

Grad 2: Die Organe sinken bis zum Scheidenausgang ab

Grad 3: Die Gebärmutter tritt bis zu 1 cm aus der Öffnung der Scheide hervor

Grad 4: kompletter Gebärmuttervorfall (Totalprolaps) — das Organ tritt zu einem Großteil aus der Scheide hervor

Anatomie und Halteapparat von Gebärmutter und Beckenboden

Die Gebärmutter ist im kleinen Becken über ein Zusammenspiel aus Bändern, Bindegewebe und Beckenbodenmuskulatur aufgehängt. Diese Strukturen bilden den sogenannten Halteapparat. Er sorgt dafür, dass die Beckenorgane – also Gebärmutter, Harnblase und Enddarm – ihre anatomisch vorgesehene Position behalten und funktionell miteinander abgestimmt bleiben.

Kommt es zu einer Schwächung dieses Systems, kann die Gebärmutter allmählich nach unten sinken.

 

Bei zunehmender Senkung machen sich entsprechende Symptome bemerkbar:

  • ein vermehrtes Druckgefühl im Unterbauch und Beckenboden
  • Probleme bei der Harnentleerung
  • Verstopfung
  • Stuhl- und/oder Urininkontinenz
  • Schmerzen bei Geschlechtsverkehr

Hinweise auf einen Uterusprolaps (äußerlich sichtbarer Vorfall)

Bei einer leichten oder mäßigen Gebärmuttersenkung (Grad 1+2) bleibt das Organ von außen nicht sichtbar. Die Gebärmutter verlagert sich zwar nach unten, befindet sich jedoch weiterhin innerhalb der Scheide.

In fortgeschrittenen Fällen kann es jedoch zu einem Uterusprolaps kommen. Dabei sinkt die Gebärmutter so weit ab, dass sie durch den Scheideneingang nach außen tritt. Man spricht dann von einem Vorfall der Gebärmutter.

Ist die Gebärmutter vollständig außerhalb der Scheide sichtbar, handelt es sich um einen sogenannten Totalprolaps. Dieser Zustand ist in der Regel deutlich erkennbar und geht meist mit ausgeprägten Beschwerden wie Druckgefühl, Fremdkörperempfinden oder Problemen beim Wasserlassen und Stuhlgang einher.

Entscheidend bei all den medizinischen Begriffen ist ein einfacher Zusammenhang:

Verändert sich die Lage der Gebärmutter deutlich, kann sie Druck auf den Scheidenkanal ausüben und dessen normale Form verändern. Je nach Ausmaß führt das zu einem spürbaren Druckgefühl, einer Vorwölbung oder – im fortgeschrittenen Stadium – zu einem sichtbaren Vorfall.

Bei einem Prolaps kann entweder die Scheidenwand nach außen treten oder die Gebärmutter selbst durch den Scheideneingang hervortreten. Beim ausgeprägten Gebärmuttervorfall kommt es häufig zu einer Mitbeteiligung der Scheidenwand: Diese stülpt sich mit der Gebärmutter nach außen. In diesem Zustand liegt empfindliche Schleimhaut frei, die normalerweise geschützt im Körperinneren liegt. Dadurch kann sie austrocknen, gereizt werden und ist anfälliger für Verletzungen oder Entzündungen.

Für die Therapie ist die genaue Lageveränderung von großer Bedeutung. Die Position, der Winkel und das Ausmaß der Senkung beeinflussen die Wahl des operativen Vorgehens.

Ziel eines Eingriffs ist es in der Regel, abgesenktes Scheidengewebe und den Bandapparat zu straffen („raffen“) und in anatomisch korrekter Position zu fixieren, um die natürliche Statik des Beckenbodens wiederherzustellen.

Bei einem ausgeprägten Gebärmuttervorfall kann es notwendig sein, die Gebärmutter im Rahmen der Operation vollständig zu entfernen. Diese Entscheidung hängt vom individuellen Befund, dem Beschwerdebild, dem Alter der Patientin sowie ihrem persönlichen Wunsch nach Organerhalt ab.

Die Lage der Gebärmutter im kleinen Becken folgt bestimmten anatomischen Prinzipien:

Normalerweise befindet sie sich in einer sogenannten Anteversio und Anteflexio – das beschreibt ihre physiologische Stellung.

* Anteversio bedeutet, dass die Gebärmutter gegenüber der Achse der Scheide nach vorne (bauchwärts) geneigt ist.

* Anteflexio beschreibt die zusätzliche Beugung des Gebärmutter-körpers gegenüber dem Gebärmutterhals – ebenfalls nach vorne.

Durch diese doppelte Vorwärtsneigung liegt die Gebärmutter in ihrer normalen Position der Harnblase auf. Diese Stellung trägt zur Stabilität im Becken bei und ist Ausdruck eines funktionierenden Halteapparates.

Bei einer Gebärmuttersenkung ist diese typische Vorwärtsneigung in der Regel aufgehoben.

Verändert sich die Stellung nach hinten, spricht man von einer Retroversio (Rückwärtskippung) und Retroflexio (Rückwärtsbeugung). Die Gebärmutter steht dann aufrechter oder ist nach hinten geneigt.

Bänder  (Ligamente) bestehen aus Bindegewebe, das viele feste Fasern aus Kollagen enthält.

Sie kommen in vielen Varianten und Größen vor. Manche sehen aus wie Schnüre, andere wie schmale oder breite Streifen. Bänder verbinden oft zwei Knochen miteinander (Gelenke), sie verbinden Organe mit Knochen oder sie halten innere Organe in ihrer Position, so wie die Gebärmutter im kleinen Becken.

Der Halteapparat der Gebärmutter ist ein komplexes Geflecht verschiedener Bänder, Faszien und Muskeln und fixiert die Gebärmutter im kleinen Becken. Die beiden wichtigsten Bänder werden hier vorgestellt:

Breites Mutterband (Lig. latum uteri)

Das breite Mutterband besteht aus Bindegewebe und Muskelgewebe und bildet eine Art „Hülle“ um den Uterus. Es enthält zudem die Eileiter und die Blutgefäße der Gebärmutter. 

Es umschließt weitere Strukturen wie:

    • Eileiter (Tuba uterina)
    • Eierstöcke (Ovarien)
    • Lig. teres uteri
    • Gefäße, Nerven und Lymphgefäße

Kreuzbein-Gebärmutter-Band (Lig. sacro-uterium)

Dieses Band zieht vom hinteren Teil des Gebärmutterhalses zum Kreuz-bein (Sakrum) und hilft, den Uterus in seiner Position zu stabilisieren, indem es ihn nach hinten zieht. 

Es spielt eine Schlüsselrolle bei der Aufrecht-erhaltung der typischen ante-flexierten Position des Uterus, besonders im Stehen und Gehen. 

Gebärmutter-Senkung in den Wechseljahren

Mit zunehmendem Alter, besonders während und nach den Wechseljahren, verliert das Gewebe des Halteapparates im Becken an Elastizität. Gleichzeitig nimmt die Durchblutung der Beckenboden-muskulatur ab, wodurch die Muskeln an Kraft einbüßen. Diese Veränderungen werden durch die hormonellen Umstellungen in den Wechseljahren verstärkt und begünstigen das Absinken der Gebärmutter.

 

Mögliche langfristige Folgen einer Gebärmuttersenkung

 

Wird eine Senkung nicht behandelt, kann sie im Verlauf zunehmen und schließlich in einen Gebärmuttervorfall (Uterusprolaps) übergehen. Dabei tritt die Gebärmutter teilweise oder vollständig aus dem Scheideneingang hervor.

 

Da Harnblase und Mastdarm anatomisch eng benachbart sind, kann eine fortschreitende Senkung auch diese Organe betreffen.

 

Mögliche Folgen sind:

 

* Harninkontinenz oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen

* Erschwerte Darmentleerung oder Stuhlentleerungsstörungen

* Druck- und Fremdkörpergefühl im Beckenbereich

 

Einfluss einer Gebärmuttersenkung auf die Sexualität

Eine Gebärmuttersenkung kann – abhängig vom Ausmaß – Auswirkungen auf das sexuelle Erleben haben. In frühen Stadien bestehen häufig keine oder nur geringe Einschränkungen. Mit zunehmender Senkung können jedoch Beschwerden auftreten.

Liegt die Gebärmutter deutlich tiefer als üblich, kann es beim Geschlechtsverkehr zu Druckgefühl oder Schmerzen (Dyspareunie) kommen. In ausgeprägten Fällen, insbesondere bei einem Vorfall mit Austritt aus dem Scheideneingang, kann die veränderte Anatomie den Geschlechtsverkehr mechanisch erschweren oder als störend empfunden werden.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Schleimhaut: Ist die Gebärmutter dauerhaft nach außen verlagert, kann das empfindliche Gewebe austrocknen und dadurch verletzlicher werden. Reibung oder mechanische Belastung können dann zu Irritationen oder kleinen Verletzungen führen.

Neben den körperlichen Beschwerden spielen auch psychische Faktoren eine Rolle. Sichtbare Veränderungen im Intimbereich oder begleitende Symptome wie eine Harninkontinenz bei gleichzeitiger Blasensenkung können Schamgefühle auslösen. Diese emotionale Belastung wirkt sich häufig stärker auf die Sexualität aus als die rein anatomische Veränderung.

Wichtig ist: Viele dieser Beschwerden sind behandelbar – sowohl durch konservative Maßnahmen als auch durch operative Verfahren. Eine offene ärztliche Beratung kann helfen, individuelle Lösungen zu finden und die Lebensqualität wieder zu verbessern.

Diagnostik einer Gebärmutter-Senkung

Die Diagnose einer Gebärmuttersenkung erfolgt in mehreren Schritten, um das Ausmaß der Senkung und mögliche Begleiterscheinungen zu beurteilen:

Anamnese

Die Ärztin oder der Arzt fragt gezielt nach Beschwerden wie:

  • Druck- oder Fremdkörpergefühl im Becken oder in der Scheide
  • Schmerzen im Unterbauch oder während des Geschlechtsverkehrs
  • Unwillkürlicher Abgang von Stuhl oder Harn (Inkontinenz)
  • Häufiger Harndrang oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Körperliche Untersuchung

  • Tastuntersuchung: Mit den Fingern wird die Beckenbodenmuskulatur geprüft und der Gebärmutterhals ertastet. Die Höhe des Gebärmutterhalses gibt Hinweise auf den Schweregrad der Senkung. Press- oder Hustmanöver während der Untersuchung erhöhen den Druck im Bauchraum und ermöglichen eine genauere Beurteilung.
  • Spekulumuntersuchung: Ein Instrument wird in die Vagina eingeführt, um den Gebärmutterhals (Portio) und die Vaginawände zu beurteilen. Dabei lassen sich auch Vorwölbungen erkennen, die auf eine Blasen- (Zystozele) oder Darmbeteiligung (Rektozele) hinweisen.
  • Rektale Untersuchung: Ergänzend wird der Enddarm untersucht, um Veränderungen durch eine Senkung zu erkennen.

Bildgebende Verfahren

Ultraschall:

Dient zur Lagekontrolle von Blase, Gebärmutter und Enddarm sowie zur Bestätigung des Verdachts auf Senkung.

MRT:

Bei komplexen Fällen kann eine MRT-Untersuchung notwendig sein, um eine genaue Bildgebung der Beckenorgane zu erhalten.

Einteilung der Senkung in Grade 1-4 (siehe oben): 

Die Stärke der Gebärmuttersenkung wird anhand der Tast- und Sichtbefunde sowie gegebenenfalls bildgebender Verfahren eingeschätzt. Die Einteilung ermöglicht eine systematische Beurteilung und dient als Grundlage für die Therapieplanung.

Konservative Therapie

Beckenboden-Training

Bei leichten Senkungen ist in der Regel keine Operation notwendig. Ziel der konservativen Therapie ist es, die Haltestrukturen des Beckenbodens zu stärken, Symptome zu lindern und ein weiteres Absinken zu verhindern.

Regelmäßiges Training der Beckenbodenmuskulatur ist zentral. Die Muskeln sollten dauerhaft aktiviert werden, da sie bei Vernachlässigung wieder schwächer werden. Empfohlene Übungen beinhalten:

* Becken höher lagern als den Kopf, z. B. rücklings auf einem Sessel           oder einer Couch liegen

* Beine in die Luft strecken oder in den Schneidersitz bringen

* Bewusstes Ein- und Ausatmen: Bei Ausatmung den Beckenboden sanft nach innen ziehen

Pessare

Ein Pessar ist ein medizinisches Hilfsmittel, welches es in vielen unterschiedlichen Formen gibt. Es wird in die Vagina eingeführt wird, um die Gebärmutter von innen zu stützen. Ein Pessar muss individuell angepasst werden, denn ist die Schale zu klein, verrutscht sie möglicherweise oder stützt nicht ausreichend. Ist sie zu groß, kann sie Druckgefühle, Schmerzen oder Probleme beim Wasserlassen  verursachen. Die optimale Größe sitzt sicher, wird im Alltag kaum gespürt und verbessert die Kontinenz möglichst effektiv.

Viele Frauen testen während der Anpassung nicht nur das Sitzen und Stehen, sondern auch Husten, Treppensteigen oder leichte Belastungen in der Praxis, weil sich dabei oft sofort zeigt, ob die Unterstützung ausreicht.

Die passende Größe kann sich im Laufe der Zeit ändern, etwa nach einer Geburt, einer Gewichtsveränderung, hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren oder einer Beckenbodenoperation. 

Das Würfel-Pessar kann eigenständig abends entfernt und gereinigt werden und am nächsten morgen wieder eingesetzt werden. Manche Frauen tragen das Pessar auch nur beim Sport oder Wandern.

Alle anderen Pessar-Typen verbleiben mehrere Wochen in der Vagina und werden von Ihrer Ärzten entfernt – daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen unabdingbar.

Einen ausführlichen Artikel über Pessare und lokale Hormontherapie finden Sie im Blogartikel:

Lokale Hormontherapie

Östrogenpräparate in Form von Cremes, Zäpfchen oder Vaginalringen können die Schleimhaut im Urogenitaltrakt stabilisieren und die Beckenbodenmuskulatur stärken. Dies ist besonders bei postmenopausalen Frauen wirksam und kann zusätzlich die Blasenkontinenz verbessern.

Lebensstil-Änderungen

  • Gewichtsreduktion: Jedes überschüssige Kilo belastet den Beckenboden zusätzlich
  • Gesunde Ernährung: Mehr Gemüse, Rohkost, weniger Zucker und Kaffee-Konsum einschränken
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Stärkt den Beckenboden, fördert die Durchblutung der inneren Organe und verbessert die allgemeine Fitness

Operative Therapie

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder die Senkung bereits stark ausgeprägt ist, kann eine Operation erforderlich sein. Ziel der operativen Therapie ist die Wiederherstellung der anatomischen Lage der Gebärmutter und anderer Beckenorgane sowie die Stabilisierung des Beckenbodens.

Langzeitaspekte nach operativer Therapie

Eine Operation kann die anatomische Lage der Organe korrigieren, beseitigt jedoch nicht die zugrunde liegende Bindegewebs- oder Muskelschwäche. Das bedeutet: Die strukturelle Veranlagung bleibt bestehen.

Daraus ergeben sich mögliche Langzeitfolgen:

* Erneute Senkung (Rezidiv) im weiteren Lebensverlauf

* Funktionelle Veränderungen, etwa wenn die Harnblase operativ stark      angehoben wird und dadurch eine Inkontinenz entsteht

* Notwendigkeit weiterer Eingriffe in Zukunft

Einen ausführlichen Blogartikel über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten finden Sie unter

GEZIELTE THERAPIEN

und

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Die AG GGUP besteht aus Physiotherapeut*innen die sich schwerpunktmäßig den Fachgebieten Gynäkologie, Geburtshilfe, Urologie und Proktologie widmen. Hier finden Sie auch eine Therapeutenliste mit Schwerpunkt Beckenboden-Therapie.

Unser Ziel ist es, Betroffenen und ihren Angehörigen verständliche Informationen, emotionalen Rückhalt und praktische Hilfe zu bieten.

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Medizinischer Hintergrund

Die sogenannten Kontinenzfaktoren wurden von der International Continence Society (ICS) 1998 in Monaco definiert und 2001 in Paris weiterentwickelt.

Sie dienen dazu, die unterschiedlichen Einflussgrößen auf die Kontinenz systematisch zu erfassen und bilden eine Grundlage für Diagnostik und Therapieplanung.

Zu diesen Faktoren zählen:

* der Zustand und die Lage des Blasenhalses

* die Beschaffenheit von Muskel- und Bindegewebe

* hormonelle Einflüsse (z.B. Schleimhaut-atrophie)

* die nervale Ver-sorgung (Innervation)

* psychische Faktoren

* der funktionelle Zustand des Becken-bodens

Eine ärztliche Untersuchung zur Abklärung möglicher Ursachen – etwa Infektionen, Tumoren, Harnsteinen, Fisteln, Stenosen oder anderen strukturellen Veränderungen – sollte in jedem Fall erfolgen.

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Nach Operationen im Bereich des kleinen Beckens, beispielsweise nach Operationen der Gebärmutter, Blase, Prostata oder des Enddarms, hilft ein regelmäßiges Beckenboden-Training, muskuläre Schwächen durch die Operation auszugleichen. Dies hält die Organe des kleinen Beckens in ihrer richtigen Position und verhindert ein Absinken der Blase.

Ein schwaches Bindegewebe trägt maßgeblich zu Beckenboden-

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Die verschiedenen Inkontinenzformen erklärt und welche Hilfsmittel und Therapiemöglichkeiten gibt es

Anmerkung:

In fortgeschrittenen Fällen kann die Patientin selbst die Senkung ertasten.

Die Tastuntersuchung der Gynäkologin oder Urologin bleibt jedoch der Standard zur Beurteilung des Schweregrades.

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Operation konsequentes

Beckenbodentraining empfohlen

– oftmals auch bevor ein

operativer Eingriff stattfindet.