- MIKTION -
WASSER LASSEN
Miktion ist der medizinische Fachbegriff für „Pipi machen“ oder „urinieren“ und besteht aus drei aufeinanderfolgenden Phasen:
Eröffnungsphase – Entleerungsphase – Verschlussphase
Um zu verstehen, was beim Wasserlassen so alles passiert, sind ein paar anatomische Grundkenntnisse wichtig. Lassen Sie sich nicht von den vielen lateinischen Bezeichnungen irritieren. Das ist die Sprache der Medizin. Es soll Sie in die Lage versetzen, ggf. einen Diagnosebericht zu lesen oder Ihren Arzt beim nächsten Besuch besser zu verstehen. Seien Sie einfach offen für neue Informationen und lernen Sie Ihren Körper besser kennen.
Anatomischer Aufbau der Blase
Die Blase (Vesica urinaria) ist aus drei Schichten aufgebaut:
Die äußere Schicht ist eine Bindegewebshülle um den Blasenkörper. Die mittlere Schicht besteht aus einem Geflecht von glatten Muskelfasern (glatte Muskulatur lässt sich nicht direkt willentlich ansteuern).
Innen ist die Blase mit einer Schleimhautschicht ausgekleidet, die sich in Falten legt, wenn die Blase entspannt und leer ist. Füllt sich die Blase und wird praller, glättet sich die Schleimhautschicht wieder. Da die drei Schichten miteinander verbunden sind, legt sich demzufolge der gesamte Blasenkörper bei der Entleerung in Falten.
Am Blasenboden (Trigonum) gibt es eine hohe Anzahl an sensorischen Dehnungsrezeptoren, die den Füllstand der Blase „messen“ und das Signal zum Entleeren weiterleiten. Der Blasenboden mündet in den oberen Blasenhals und geht dann über in die 2-4 cm lange Harnröhre.
Eröffnungsphase
Abhängig von der Flüssigkeitszufuhr produziert ein gesunder Mensch in 24 Stunden etwa 1000 bis 1500 ml (Sekundär-)Harn, den er zwei bis sechs Mal am Tag ausscheidet.
Ab einem gewissen Füllstand (ca. 200ml) senden die Dehnungsrezeptoren der Blase erste Signale über das Rückenmark an das Gehirn, dass sich die Blase füllt. Zu diesem Zeitpunkt entsteht noch kein Harndrang, wenn wir kontinent sind. Bei 300-400 ml Füllstand wird der Harndrang stärker und bei 500-600 ml wird es dann schon unangenehm.
Das Gehirn reagiert darauf, indem es wiederum Signale sendet, die bewirken, dass sich die Blase zusammenzieht und der so genannte Blasenhalsschließmuskel (interner Sphinkter), sich weitet, so dass der Urin in die Harnröhre fließen kann.
Entleerungsphase
Der Harnröhrenschließmuskel setzt sich zusammen aus dem inneren Harnröhrenschließmuskel (autonome Ansteuerung) und dem äußeren Harnröhrenschließmuskel, der aus quergestreiften Muskeln besteht und willkürlich kontrolliert wird. Der äußere Harnröhrenschließmuskel (externer Sphinkter), ist in die Beckenbodenmuskulatur eingebettet, insbesondere in die Membrana perinei (eine querverlaufende Muskelplatte) die zusammen mit dem Musculus transversus perinei superficialis, den mittleren Teil des Beckenbodens ausmachen.
Der Beckenboden besteht zwar aus drei Schichten, die aber alle zusammenhängen und nicht vollkommen getrennt voneinander angesteuert werden können. Der Harnröhrenschließmuskel ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Harnkontinenz.
Bei Kontraktion (Zusammenziehung) des Beckenbodens wird also der äußere Schließmuskel aktiviert, was zu einer Verengung sowohl der Harnröhre als auch der Vagina führt.
Eine willentliche Kontrolle des Wasserlassens ist nur möglich, wenn die neurale Innervation von Blase und Harnröhre intakt ist, d.h. die Nerven, die das jeweilige Organ oder den Bereich versorgen (innervieren). Gelegentlich führen Verletzungen und Funktionsstörungen eines Nervs zu einer unwillkürlichen Entleerung der Blase. Diese unfreiwillige Blasenentleerung wird als Inkontinenz bezeichnet.
Während der Entleerungsphase zieht sich der Blasen-muskel (Detrusor) also zusammen, während die Muskeln der Harnröhre und des Beckenbodens entspannt sind.
Der Parasympathikus gehört zum autonomen Nervensystem (ANS) und entspannt den inneren Schließmuskel während der Miktion. Das ANS steuert unbewusste Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Blutzirkulation.
Der Urin kann nun ungehindert aus der Harnröhre herausfliessen.
Richtiges Toilettenverhalten
Viele Frauen pressen in dieser Phase um den Entleerungsvorgang zu beschleunigen. Entweder weil sie sich gehetzt fühlen um wieder rasch zurück am Arbeitsplatz zu sein, weil in einer öffentlichen Toilette noch andere Frauen warten oder aus Gewohnheit.
Wer hat uns eigentlich beigebracht, wie man die Blase richtig entleert?
Über richtiges Toilettenverhalten wird kaum gesprochen – entsprechend haben es die wenigsten Menschen jemals gelernt. Woher sollten wir also wissen, dass Pressen beim Wasserlassen unserer Blase eher schadet als nützt?
Beim Pressen übernehmen die Bauchmuskeln einen Teil der Arbeit, die eigentlich der Detrusormuskel – der Blasenmuskel – leisten sollte. Auf Dauer kann dies dazu führen, dass der Detrusormuskel weniger aktiv arbeitet. Wenn Sie sich das Pressen abgewöhnen, kann es deshalb zunächst sein, dass der Urinstrahl schwächer oder langsamer erscheint. Das ist häufig nur vorübergehend, denn der Blasenmuskel benötigt etwas Zeit, um seine natürliche Funktion wieder vollständig aufzunehmen.
Darüber hinaus erhöht Pressen den Druck im Bauchraum und belastet die Bänder (Ligamente), an denen Blase, Gebärmutter und andere Beckenorgane befestigt sind. Langfristig kann dies eine Senkung der Beckenorgane begünstigen oder bestehende Senkungen verstärken.
Ein weiterer Nachteil des Pressens ist, dass die Blase unter Umständen nicht vollständig entleert wird. Es verbleibt sogenannter Restharn in der Blase. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Blasenwand ohnehin etwas ab, sodass eine vollständige Entleerung häufig erschwert ist. Verbleibt Urin in der Blase, können sich Bakterien leichter vermehren, wodurch das Risiko für Harnwegs- und Blaseninfektionen steigt.
Nehmen Sie sich deshalb ausreichend Zeit für den Toilettengang und lassen Sie die Blase in aller Ruhe entleeren, ohne zu pressen.
Viele Frauen möchten sich auf öffentlichen Toiletten verständlicherweise nicht auf die Toilettenbrille setzen und verharren stattdessen in einer schwebenden Hockhaltung. So nachvollziehbar dieses Verhalten auch ist, für eine vollständige Blasenentleerung ist diese Haltung ungünstig. Der Beckenboden kann sich nicht ausreichend entspannen, und Blasenhals sowie Harnröhre befinden sich in einer weniger günstigen Position. Dadurch kann Restharn in der Blase zurückbleiben.
Daher setzen Sie sich unbedingt hin beim Wasserlassen!
Der Vorgang des Wasserlassens (Miktion) ist ein komplexer, fein aufeinander abgestimmter neurologischer Prozess. Eine verkrampfte Körperhaltung, Zeitdruck oder bewusstes Pressen können diesen natürlichen Ablauf stören und eine vollständige Blasenentleerung erschweren.
Verschlussphase
Wenn der Harnstrom schließlich abgenommen hat, entspannt sich der Detrusormuskel wieder und die Muskeln der Harnröhre und des Beckenbodens spannen sich wieder an. Dies geschieht durch den Sympathikus, der Teil des autonomen Nervensystems ist. Dieser Prozess läuft autonom, also ganz selbständig und wir nehmen es daher nicht wahr.
Vor allem bei Beckenbodenschwäche sollten wir uns unbedingt angewöhnen, unseren Beckenboden beim Hochziehen der Unterhose bewusst einmal zu kontrahieren (anzuspannen) und einen Moment zu halten.
Dadurch wird die Muskulatur wieder in ihre Grundspannung versetzt und bekommt noch einmal einen Durchblutungs-Kick. Außerdem rückt der Schatz in unserer Mitte dadurch noch einmal in unser Bewußtsein. Wir neigen dazu, ihn im Alltagsgeschehen zu vergessen – doch wir wollen uns so oft wir möglich an ihn erinnern.
Der Miktionszyklus beginnt wieder von neuem und die Blase ist wieder bereit, den von den Nieren kommenden Harn aufzunehmen.
Die Versorgung der Nerven
Als Sakralnerven bezeichnet man fünf paarige Spinalnerven, die aus den durchnummerierten Segmenten S1-S5 des Rückenmarks stammen und durch Öffnungen im Kreuzbein austreten.
Diese versorgen motorisch und sensorisch den unteren Körperabschnitt, insbesondere den Beckenbereich, Teile der Beine sowie wichtige Bereiche von Blase, Enddarm und die äußeren Geschlechtsorganen.
Aus Verzweigungen dieser Nerven (Sakralplexus) entstehen unter anderem der Ischiasnerv, der für das hintere Bein zuständig ist, sowie der Schamnerv (Pudendusnerv).
Dieser versorgt den Damm, den äußeren Schließmuskel der Harnröhre, die Klitoris und die inneren und äußeren Schamlippen (beim Mann die Peniswurzel und Eichel).
Die Grafik unten ist nur eine sehr vereinfachte Darstellung. Der Sakralplexus ist ein komplexes Nervengeflecht mit unzähligen Verästelungen, die zu allen Bereichen des Beckens führen.
Pudendus-Neuralgie
Aus Gründen der Vollständigkeit soll die Pudendus-Neuralgie hier noch erwähnt werden, weil dieser sich entzünden und auch einklemmen kann. Die Symptomatik ist vielseitig und zeigt sich bei jeder Frau anders, was die Diagnose somit erschwert.
- Frauen berichten von plötzlich einschießenden Schmerzen im Bereich zwischen Genitalien und After.
- Die Schmerzen werden als stechend, brennend oder drückend empfunden.
- Typischerweise werden die Schmerzen im Sitzen stärker und im Liegen abnehmend.
- Die Schmerzen können einseitig oder wechselseitig auftreten und sind in den wenigsten Fällen gleichzeitig auf beiden Seiten zu beobachten.
- Darüber hinaus können die Symptome der Pudendus-Neuralgie auch andere Funktionen beeinträchtigen, wie zum Beispiel die Harn- und Stuhlkontinenz sowie die Sexualfunktion.
- Bei Frauen kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen, die nach dem Orgasmus verstärkt sind und bis zu 24-48 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr anhalten können.
- Die Pudendus-Neuralgie kann auch zu anderen Empfindungen führen, wie Taubheitsgefühlen oder Kältegefühlen in der Klitoris oder im Beckenbereich.
- Mehrmals tägliches Wasserlassen
- Brennen beim Wasserlassen
- schlechteres Wasserlassen und einen verminderten Harnstrahl, (was bei Männern häufig mit einem Prostataleiden verwechselt wird). Dies wird durch die Kontraktion (das Zusammenziehen) der die Harnröhre umgebenden Beckenbodenmuskeln verursacht.
- Anorektal: Fremdkörpergefühl im Enddarm, „als hätte man einen Golfball im Enddarm“. Das Gefühl, mehrmals am Tag Stuhlgang haben zu müssen, Schmerzen nach dem Stuhlgang, Schmerzen im Anus.
Der Schmerz kann sich sehr unspezifisch äußern, weil sich mehrere Organe in einem kleinen Bereich befinden. Aus diesem Grund wird er manchmal unter dem Sammelbegriff chronischer Beckenschmerz zusammengefasst.
Versuchen Sie eventuelle Schamgefühle zu überwinden und sehen Sie Ihr Geschlechtsorgan als das, was es ist: ein Organ, welches einfach Teil Ihres Körpers ist.
Machen Sie einen Handspiegel zu Ihrem „besten Freund“ und schauen Sie sich Ihren Genitalbereich regelmäßig an, um mögliche Veränderungen, die im Alter auftreten können, rechtzeitig zu entdecken.
Auch bei entstehendem Juckreiz oder Brennen, einem Gefühl der „Weite“ oder einem Fremdkörper-Gefühl in der Vagina sollten Sie durchaus selbst einen Blick darauf werfen.
Schenken Sie Ihrem Intimbereich mehr Pflege und Aufmerksamkeit, sowohl begleitend zu einer ärztlichen Therapie aber auch präventiv.
Erkrankungen der Harnröhre
Urethrovesikale Störungen = Symptome einer Störung oder Begleiter einer Grunderkrankung, deren Ursache mühsam gefunden werden muss.
Urethra = Harnröhre
Vesika = Gefäß; hier ist die Blase gemeint
urethrovesikale Störungen = Störungen der Blase und Harnröhre
Die Harnröhre ist anfällig für Infektionen, Verstopfungen und andere Krankheiten, die ihre Funktion oder Struktur beeinträchtigen können.
Harnwegsinfektionen: Eine Art von Infektion, die verursacht wird, wenn Bakterien wie E. coli über den Stuhl, Harnkatheter, Analsex und andere Ursachen in die Harnröhre gelangen
Harnröhrenverengung: Eine Verengung der Harnröhre, die durch eine Infektion, eine Verletzung, medizinische Verfahren wie eine Blasenspiegelung oder eine längere Verwendung eines Katheters verursacht wird
Urethritis: Eine Entzündung der Harnröhre, die meist durch sexuell übertragbare Infektionen (wie Gonorrhö oder Chlamydien), bakterielle Vaginose oder Hefepilzinfektionen
Harnröhrenobstruktion: Eine Verstopfung, die entweder von innerhalb der Harnröhre (z.B. durch einen Nierenstein) oder durch eine Kompression außerhalb der Harnröhre (z.B. durch eine vergrößerte Prostata bei Männern)
Harnröhrendivertikel: Eine abnormale Aussackung der Harnröhrenwand, die sich häufig bei einer Verstopfung der Harnröhre entwickelt, wodurch das Gewebe der Harnröhre übermäßig belastet wird
Harnröhrenkarunkel: Eine fleischige Gewebewucherung an der Öffnung der Harnröhre bei Frauen, die durch einen sinkenden Östrogenspiegel verursacht wird
weibliche Hypospadie: ungewöhnlich tief liegende Harnröhrenöffnung in der Vaginalwand (intra-vaginal) oder extrem verkürzt ist (quasi kaum vom Blasenhals entfernt)
Urethrozele: Vorfall der Schleimhaut der Harnröhre (meist zirkulär, wie ein kleiner Ring um die Urethra) in die Vaginalwand. Tritt fast ausschließlich bei älteren Frauen nach der Menopause auf.
Symptome: Sichtbare rötliche, schmerzlose Schwellung am Meatus urethrae (das ist die Öffnung am Harnröhreneingang). Gelegentlich Blutungen oder Brennen beim Wasserlassen.
Ein Prolaps der Harnröhre ist in der Regel schmerzfrei und bleibt oft unerkannt. Er lässt sich gut mit Beckenbodentraining beheben, vor allem, wenn Sie in der Lage sind, den vorderen Teil bewusst zu aktivieren.
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Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen Vitamin B12-Mangel und urogenitalen Störungen untersuchen, wobei der Fokus primär auf neurologisch bedingter Inkontinenz und Becken-bodendysfunktion liegt.
Die Forschung unterscheidet zwischen isolierter Harninkontinenz und der Kombination aus Harn- und Stuhlinkontinenz („Double Incontinence“).
Doppelte Inkontinenz:
Eine Studie an älteren Patienten (Journals of Gerontology, 2002) fand heraus, dass ein B12-Spiegel von ≤300 pg/ml zwar nicht zwingend isolierte Harninkontinenz vorhersagt, aber signifikant mit doppelter Inkontinenz (Harn- und Stuhl) assoziiert ist (Odds Ratio ~2,1).
Stressinkontinenz:
Eine Studie (Neurourology and Urodynamics, 2011) zeigte, dass Frauen mit Stressinkontinenz signifikant niedrigere B12-Werte aufwiesen als die Kontrollgruppe. Bei 66,6 % der Patientinnen lag ein Mangel (<300 pg/ml) vor. Ein schwerer Mangel (<200 pg/ml) korrelierte mit einer längeren Symptomdauer.
Mechanismus:
Der Zusammenhang wird über eine Schädigung der Beckennerven erklärt.
B12-Mangel führt zur Demyelinisierung des Rückenmarks (funikuläre Myelose) und peripherer Nerven, was die Steuerung von Blase und Becken-bodenmuskulatur stört („neurogene Blase“).
Zudem kann ein Mangel die Kollagenproduktion beeinträchtigen, was die Struktur des Beckenbodens schwächt.
Neuropathischen Schmerzen:
Ein Mangel kann zu brennenden Schmerzen, Taubheit oder Überempfindlichkeit im Genitalbereich führen (vulvodynie-ähnliche Symptome), da die sensiblen Nervenenden im Vaginalbereich geschädigt werden.
Pelvic Floor Dysfunction:
Klinische Berichte und Fallstudien deuten darauf hin, dass eine B12-Substitution bei Patientinnen mit chronischen Beckenschmerzen und vaginalem Krampf (Vaginismus) aufgrund von Nervenschäden zu einer Besserung führen kann.
Fazit:
Ein B12-Mangel ist eine relevante, oft übersehene Ursache für neurogene Blasenfunktionsstörungen und einer Schwäche des Beckenbodens. Bei vaginalen Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen ohne hormonelle Ursache sollte ein Mangel ebenfalls differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden.
Endo, Y. et al.: „Vitamin B12 deficiency and double incontinence in the elderly.“
Journals of Gerontology Series A: Biological Sciences and Medical Sciences, 2002. (Belegt den Zusammenhang zwischen Werten ≤300 pg/ml und doppelter Inkontinenz).
Yap, L. B. et al.: „Vitamin B12 deficiency in women with stress urinary incontinence.“
Neurourology and Urodynamics, 2011. (Zeigt signifikant niedrigere B12-Werte bei Frauen mit Stressinkontinenz im Vergleich zur Kontrollgruppe).
International Journal of Women’s Health, 2024. (Untersucht den Einfluss von B12 auf die psychische Belastung durch Inkontinenz).

Sie können eine kleine Packung Feuchttücher in Ihrer Handtasche mit sich tragen, womit der Brillenrand öffentlicher Toiletten abgewischt werden kann, bevor Sie sich setzen oder Sie haben ein kleines Fläschchen Desinfektionsmittel dabei und besprühen den
Brillenrand. Das kostet nur einen kleinen Moment mehr Zeit für ein hygienischeres Gefühl.
Um sich besser an das
„Hose hoch & Beckenboden hoch“
zu erinnern, kleben Sie sich eine Notiz so in Ihr Badezimmer, das Ihnen der Zettel ins Auge springt, wenn Sie den Toilettensitz verlassen.
Veränderungen brauchen Zeit. Es kann durchaus Wochen oder sogar Monate dauern, bis Sie die neue Gewohnheit verinnerlicht haben und sie ganz selbstverständlich geworden ist.
Medizinische Fachbegriffe:
Eine Miktionsstörung
ist das Symptom für eine Blasenspeicher- oder Entleerungsstörung ohne unwillkürlichen Harnverlust (Inkontinenz) mit vielfältiger Genese.
Erhöhte Miktionsfrequenz:
häufige Entleerung der Blase
Verringerte Blasenkapazität:
reduziertes Blasenfüllungsvolumen (normal 400 – 600 ml)
Imperativer Harndrang:
nicht zu unterdrückendes Entleerungsgefühl
Nykturie:
nächtliche Blasenentleerung
Restharn:
nach der Miktion verbleibender Harn. Über 15 % des Blasenvolumens werden wegen der Infektionsgefahr als problematisch angesehen
Anurie:
fehlende Urinproduktion über 24 Stunden
Dysurie:
schmerzhafte Blasenentleerung
Harnträufeln:
nach vollendeter Entleerung verliert die Patientin ein paar Tropfen Urin
Stotterharn:
der Urin fließt intermittierend (stockend)
Abgeschwächter Harnstrahl:
Harnflussrate verlangsamt (Urin fließt langsamer als 20 ml pro Sekunde)
Verzögerter Miktionsstart:
der Beginn der Blasenentleerung verzögert sich
Wiederholte Miktion:
zur vollständigen Entleerung der Blase sind mehrere Toilettengänge nötig oder Veränderungen der Körperhaltung, um die Miktion zu Ende zu führen
Harnretention:
Harnverhalt; die Blase kann nicht vollständig entleert werden.
Was ist eine „pfeifende Harnröhre“?
Dies ist kein offizieller medizinischer Begriff, aber in der Urologie wird er manchmal umgangssprachlich oder beschreibend verwendet – etwa in diesen Zusammenhängen:
Harnstrahl mit Geräuschbildung:
Wenn der Harnstrahl beim Wasserlassen ein pfeifendes Geräusch macht, könnte das an einer Verengung (Striktur) oder Turbulenzen liegen, z.B. bei Fehlbildungen oder Narben
Postoperatives Phänomen:
Nach Harnröhren-OPs kann durch veränderte Strömungsverhältnisse Luftverwirbelung entstehen → es „pfeift“.
Starke Frauen
werden nicht einfach geboren.
Sie entwickeln sich aufgrund der Stürme,
die sie überstanden haben.
