NATURHEILMITTEL BEI BLASENENTZÜNDUNG
Blasenentzündungen (medizinisch als Zystitis bekannt) gehören zu den häufigsten Harnwegsinfektionen und betreffen besonders häufig Frauen.
Sie äußern sich durch Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, häufigen Harndrang, Unterbauchschmerzen und ein unangenehmes Gefühl der Blasenfüllung.
Ursachen einer Zystitis
Die Bakterien oder Pilze, die eine Zystitis verursachen können, stammen meist aus der eigenen Darm- oder Scheidenflora. Sie gelangen über die Harnröhre in die Blase und führen dort zu einer Infektion.
Die drei häufigsten Verursacher von Harnwegsinfektionen sind Escherichia coli (ein Darmbakterium, das über 60 % der Fälle auslöst), Enterococcus-Arten (ebenfalls Darmbewohner, 10–20 %) und Proteus mirabilis (ca. 10 %).
Während die ersten beiden meist mit einer einfachen Antibiotika-Kur in den Griff zu bekommen sind bzw. Naturheilmittel gut greifen können, macht Proteus mirabilis die Sache deutlich schwieriger:
Es produziert das Enzym Harnstoffspalter (Urease), das den Urin alkalisch macht und so die Bildung sogenannter Struvitsteine begünstigt – ein Gemisch aus Magnesium, Ammonium und Phosphat. Im Gegensatz zu den üblichen Calciumoxalatsteinen (Nierensteine), die klein bleiben und sich oft von selbst lösen, können Struvitsteine rasch das gesamte Nierenbecken ausfüllen und werden oft als „Hirschgeweihsteine“ bezeichnet.
Das Besondere: Der Stein selbst beherbergt Bakterien, sodass er ohne gleichzeitige Antibiotikabehandlung immer wieder zu neuen Infektionen führt. Die Therapie ist daher ein Zusammenspiel aus Stein entfernen und Infekt bekämpfen – ein Aufwand, den die häufigeren Erreger in der Regel nicht erfordern.
Wenn Sie bemerken, dass Ihr Urin nach Ammoniak riecht – ist das ein typisches Zeichen dafür, dass das Bakterium Proteus mirabilis Ihren Urin umstellt. Wenn Sie zusätzlich einen dauerhaften Schmerz in der Flanke haben, der sich nicht mit einer einfachen Blasenentzündung erklären lässt, sollten Sie das nicht einfach hinnehmen. Kommen in Ihrer Vorgeschichte bereits Nierensteine vor oder haben Sie lange einen Harnkatheter getragen, kann der Schmerz darauf hindeuten, dass sich langsam ein sogenannter Struvitstein bildet oder dass der Harnabfluss irgendwo eingengt ist (Obstruktion).
In diesem Fall ist ein Ultraschall der Nieren unverzichtbar. Ein sogenannter Hirschgeweihstein – ein Stein, der das gesamte Nierenbecken ausfüllt – macht sich oft über Monate oder Jahre gar nicht bemerkbar und verrät sich vor allem durch genau dieses Muster: immer wieder dieselbe Infektion, immer derselbe Erreger. Je früher er entdeckt wird, desto einfacher ist die Behandlung.
Ein gesunder Körper verfügt jedoch über Schutzmechanismen, die verhindern, dass diese Keime in die Harnwege und die Blase eindringen. Sollte es dennoch passieren, dass sie dorthin gelangen, sorgt ein funktionierendes Immunsystem dafür, dass sie wieder beseitigt werden.
Probleme entstehen in der Regel dann, wenn die körpereigenen Abwehrkräfte geschwächt sind.
In diesem Fall können die unerwünschten Bakterien die Schleimhäute der Harnröhre und Blase befallen, was zu den typischen Symptomen führt. Das Hauptproblem sind also nicht die Bakterien selbst, sondern die geschwächten Abwehrkräfte des Körpers. Als Reaktion auf die Infektion entzündet sich die Blasenwand, schwillt an und verursacht die bekannten Beschwerden. Mit zunehmender Entzündung wird die Blasenschleimhaut verletzlicher, was das Risiko für Blutungen erhöht und die Rötung des Urins erklärt. Um zukünftig Blasenentzündungen zu vermeiden, ist es entscheidend, das Immunsystem bestmöglich zu stärken. Wiederkehrende Infektionen führen bei herkömmlicher Behandlung zu wiederholter Einnahme von Antibiotika, was die Entstehung von Resistenzen begünstigen kann und so einen Teufelskreis in Gang setzt.
Es gibt eine Vielzahl natürlicher Heilmittel, von denen hier eine kleine Auswahl vorgestellt wird.
Wärme für Unterbauch & Füße
Wärme wirkt bei einer Blasenentzündung besonders wohltuend:
Sie entspannt die Blasenmuskulatur, kann Schmerzen reduzieren und unterstützt die Durchblutung. Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf dem Unterbauch kann dabei helfen.
Halten Sie auch unbedingt die Füße warm. Wollsocken sind ideal oder eine weitere Wärm-flasche unten an die Füße.
Kartoffelwickel
Die Wärme der Kartoffelwickel dringt gefühlt tief in den Körper ein und es entsteht ein wohlig angenehmes Gefühl. Auch wohltuend bei Husten, wenn auf die Brust gelegt. Die Kartoffeln können anschließend verzehrt werden.
Für Kartoffelwickel muss man Kartoffeln mit der Schale kochen und in ein sauberes Geschirrhandtuch wickeln. Mit den Fäusten zermalmen. Ein Wolltuch oder ein Handtuch über alles wickeln und auf dem Unterbauch legen. Der Kartoffelwickel kann mehrere Stunden liegen bleiben, solange er als wohltuend empfunden wird.
Zwiebelwickel
Die Zwiebel fein schneiden (roh belassen oder kurz dämpfen) und in ein Baumwollsäckchen oder Baumwolltuch geben. Die Seiten gut verschließen und dann in ein wolliges Tuch wickeln. Das Päckchen auf den Unterbauch legen und etwa eine Stunde wirken lassen.
Zwiebeln (Allium cepa) enthalten viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Vitamin C (7mg Vit. C). Wegen der enthaltenen antioxidativen Schwefelverbindungen, wirkt die Zwiebel nachweislich antibakteriell und kann Blutdruck, Blutfette und Blutzucker leicht senken. Die rohen Zwiebeln der Zwiebelwickel können anschließend gekocht und der Sud getrunken werden.
Senfmehl-Fußbäder
Anwendung (traditionell)
etwa 1–2 Esslöffel Senfmehl in 5–8 Liter warmes Wasser geben,
Füße 5–10 Minuten baden; bei starkem Brennen früher beenden,
anschließend gründlich mit klarem Wasser abspülen und warm halten.
Senfmehl kann die Haut deutlich reizen. Es sollte nicht angewendet werden:
- auf verletzter oder entzündeter Haut
- bei bekannter Senf- oder Kreuzblütler-Allergie
- bei empfindlicher Haut oder Durchblutungsstörungen ohne ärztliche Rücksprache
Senfmehl enthält Senfölglykoside, aus denen bei Kontakt mit Wasser scharf wirkende Senföle entstehen. Diese können:
- die Hautdurchblutung fördern
- ein starkes Wärmegefühl erzeugen
- die Durchblutung der Extremitäten anregen
- subjektiv als entspannend empfunden werden
- Ein direkter Nutzen bei Blasenentzündungen ist wissenschaftlich zwar nicht belegt, jedoch berichten viele Frauen über eine deutliche Schmerzlinderung und besseres Wohlgefühl.
Senfmehl-Fußbäder werden in der Naturheilkunde gelegentlich als unterstützende Maßnahme bei beginnenden und akuten Blasen-entzündungen empfohlen. Die Idee dahinter ist jedoch nicht, dass sie Bakterien im Harntrakt bekämpfen, sondern dass sie über eine lokale Hautreizung und Wärme das allgemeine Wohlbefinden fördern undmöglicherweise reflektorisch die Durchblutung, vor allem im Beckenraum, anregen.
Selbstgemachter Kräuter-Sud
Neben stillem Mineralwasser kann man verschiedene Tees wählen, die die Heilung unterstützen. Gute Erfahrungen wurden gemacht mit einem selbstgemachten Kräutersud.
Hier das Rezept:
- 1 Liter kaltes Wasser in einen Topf geben.
- 1 Bund Petersilie,
- 2 kleine oder 1 große Zwiebel (geschält, grob geschnitten) und
- 2 Stück Stangensellerie beifügen und zum Kochen bringen.
- Platte auf kleinste Flamme 1 Stunde köcheln lassen
Den Sud sollte man warm trinken und jeder Tasse den Saft einer halben Zitrone zugeben. Reste kann man z.B. in einer Thermosflasche aufbewahren.
- Auf schleimhautreizende Stoffe wie Alkohol, Kaffee und scharfe Gewürze sollte bei einer Zystitis verzichtet werden.
- Reduzieren Sie auch Ihre Salz-Zufuhr.
- Zucker scheint die Vermehrung von Bakterien zu fördern und sollte daher ebenfalls gemieden werden.
- Trinken Sie mindestens 3 Liter am Tag, um die Bakterien herauszuspülen.
Wenn möglich, dann sollten Sie sich Ruhe gönnen und im Bett bleiben, um die Genesung zu unterstützen.
Eine nicht vollkommen auskurierte Zystitis erhöht das Risiko einer rezidivierenden Blasenentzündung.
Lesen Sie hier einen
ausführlichen Artikel
über Blasenentzündung
und welche Folgen häufige
Antibiotika-Einnahmen
haben können.
Wann zum Arzt?
Eine unkomplizierte Zystitis klingt nach wenigen Tagen ab, wenn Sie sich Ruhe gönnen und Ihren Körper mit Naturheilmitteln unterstützen.
Bei Symptomen, wie Fieber, Krankheitsgefühl, Schmerzen in der Nierengegend, Blut im Urin und Risikogruppen wie Diabetiker, Menschen mit Katheter, Menschen mit Vorerkrankungen.
Anmerkung
Wenn ein Mittel bei Ihnen nicht wie gewünscht wirkt, bedeutet das nicht, dass es grundsätzlich ungeeignet ist. Jeder Körper reagiert individuell, und nicht jedes Heilmittel passt gleichermaßen zu jeder Frau.
In diesem Fall kann es sinnvoll sein, ein anderes Mittel auszuprobieren. Oft zeigt sich, dass der Körper einfach etwas anderes benötigt, um optimal unterstützt zu werden.
Unternehmensstrukturen im Bereich Naturheilmittel
Im Bereich Nahrungsergänzung und Naturprodukte sind viele bekannte Marken heute Teil größerer Unternehmensgruppen oder wurden im Laufe der Zeit von internationalen Konzernen übernommen.
Dabei bleiben Markenname und Produktauftritt häufig bestehen, auch wenn sich die Eigentümerstruktur verändert hat.
Die Bayer AG hat 2022 zunächst eine Beteiligung an der Natsana GmbH übernommen und diese später vollständig integriert.
Natsana vertreibt Nahrungsergänzungsmittel unter Marken wie Feel Natural, Nature Love und Natural Elements.
Sanofi hat 2023 das US-Unternehmen Qunol übernommen, das insbesondere für Produkte im Bereich Coenzym Q10 und pflanzliche Nahrungsergänzung bekannt ist.
Nestlé hat 2021 große Teile des Portfolios von The Bountiful Company übernommen. Dazu gehören unter anderem Marken wie Nature’s Bounty, Solgar, Osteo Bi-Flex, Puritan’s Pride, Ester-C und Sundown.
Diese Beispiele zeigen, dass sich Eigentümerstrukturen im Markt für Nahrungsergänzungsmittel im Laufe der Zeit verändern können, während Marken unter ihrem bekannten Namen weiterhin erhältlich sind.
Diese Informationen dienen der Einordnung von Marktstrukturen und sollen Transparenz über die Herkunft von Marken schaffen. Eine Bewertung einzelner Produkte oder Marken erfolgt nicht.
Tees & andere Naturheilmittel bei Blasenentzündung
Es gibt eine Vielzahl an Naturheilmitteln, die traditionell bei Harnwegsinfekten eingesetzt werden. Dies bedeutet nicht, dass eine Wirksamkeit eindeutig durch Studien nachgewiesen wurde. Umgekehrt heißt es aber auch nicht, dass keine Wirksamkeit besteht.
Die EMA – European Medicines Agency (Europäische Arzneimittel-Agentur) ist eine EU-Agentur, die seit 1995 besteht. Sie wurde eingerichtet, um die Arzneimittelregulierung in Europa zu harmonisieren und die wissenschaftliche Bewertung von Arzneimitteln zu koordinieren. Seit 2004 gehört ausdrücklich auch der Bereich pflanzliche Arzneimittel zu ihrem Aufgabenbereich.
Bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen:
- Cranberry – klinische Evidenz für Rezidivprophylaxe
- Bärentraubenblätter – EMA-traditionelle Anwendung bei leichten, wiederkehrenden unteren Harnwegsinfektionen
- Kapuzinerkresse + Meerrettich – klinische Daten für Zystitis und Rezidivprophylaxe
Zur unterstützenden Durchspülung der Harnwege:
- Goldrute – EMA-traditionelle Anwendung
- Brennnesselblätter – EMA-traditionelle Anwendung
- ggf. Birkenblätter/Schachtelhalm/Orthosiphon – ebenfalls EMA-traditionell
Die Naturheilmittel dieses Blogartikels sind hier aufgelistet. Klicken Sie darauf und sie gelangen direkt zum entsprechenden Abschnitt.
Die Goldrute
(Solidago virgaurea)
Goldrute: 🟡 EMA: traditionelle Anwendung zur Durchspülung
ist eine Heilpflanze, die vor allem bei Erkrankungen der Harnwege Anwendung findet. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und ist in Europa, Asien und Nordamerika weit verbreitet. Die heilenden Wirkstoffe der Pflanze sind vor allem in den blühenden oberirdischen Teilen, insbesondere in den Blättern und Blüten, enthalten. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden und harntreibenden Eigenschaften stellt die Goldrute eine natürliche Option zur Behandlung und Vorbeugung von Blasenentzündungen dar. Zudem wird die Pflanze traditionell auch bei Diabetes, Magen-Darm-Beschwerden, Allergien und diversen Entzündungen eingesetzt. Besonders bekannt ist sie jedoch für ihre Anwendung bei Nierenerkrankungen, Harnwegsinfektionen und Prostataerkrankungen.
Was ist Goldrute und wie wirkt sie?
Die Hauptbestandteile der Goldrute sind:
- Saponine: Diese haben entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften, die bei der Behandlung von Blasenentzündungen hilfreich sind.
- Flavonoide: Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken antioxidativ, fördern die Durchblutung und tragen zur Bekämpfung von Entzündungen bei.
- Tannine: Diese Gerbstoffe haben antibakterielle und zusammenziehende Eigenschaften, die die Schleimhäute der Harnwege beruhigen und die Heilung fördern.
- Ätherische Öle und Bitterstoffe: Diese unterstützen die harntreibende Wirkung der Goldrute und helfen dabei, Schadstoffe sowie Bakterien aus den Harnwegen auszuspülen.
Goldrute hat mehrere positive Effekte auf den Körper, die insbesondere bei Blasenentzündungen hilfreich sind:
- Harntreibend (diuretisch): Sie fördert die Urinproduktion, was hilft, Bakterien und Entzündungsstoffe aus der Blase zu spülen.
- Entzündungshemmend: Goldrute lindert Entzündungen in den Harnwegen und unterstützt die Heilung.
- Antibakteriell: Sie wirkt gegen Bakterien, die häufig Blasenentzündungen verursachen, wie zum Beispiel E.coli
- Schmerzlindernd: Durch ihre beruhigenden Eigenschaften kann Goldrute das Brennen beim Wasserlassen reduzieren.
Goldrutentee ist in der Regel als loser Tee im Handel erhältlich.Wichtig ist eine hohe Bio-Qualität um eine Belastung mit Schadstoffen auszuschließen. Häufig wird Goldrutenkraut auch als Wildsammlung angeboten. Am einfachsten lässt sich der Tee online bestellen, alternativ kann er in der Apotheke bestellt werden. Für die medizinische Verwendung sind sowohl die Echte als auch die Kanadische oder die Riesengoldrute geeignet.
Goldrutenkraut soll zudem regulierend bei Reizblase wirken, eine Eigenschaft, die sich das Kraut z.B. auch mit Anis teilt.
Goldruten-Tee
In Tees zur Bekämpfung von Harnwegsinfekten, wird Goldrutenkraut häufig mit Birkenblättern gemischt, die ihrerseits entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken können.
1-2 Teelöffel getrocknete Goldrutenblüten und -blätter
250 ml kochendes Wasser
5-10 Minuten ziehen lasse, dann abseihen.
2 -3 Tassen über den Tag verteilt, um die harntreibende Wirkung zu maximieren.
Goldruten-Kapseln/ Tabletten
Für eine einfache und präzise Dosierung können auch Goldruten-Kapseln oder Tabletten eine gute Wahl sein. Sie enthalten oft einen Standardisierungsgrad des Wirkstoffs.
Dosierung: In der Regel wird eine Kapsel/Tablette mit einer Dosierung von 200 bis 400 mg 2-3 Mal täglich empfohlen.
Goldruten-Extrakt oder Tinktur
Goldruten-Extrakte oder Tinkturen sind konzentrierter und können daher eine effektivere Wirkung erzielen. In dieser Form ist die Dosierung präziser.
- Goldruten-Urtinktur Solidago vigaurea D4
15 Tropfen 2 x pro Tag vor dem Essen – zwei Monate einnehmen, dann ca. drei Wochen absetzen – danach, bei Bedarf mit der Einnahme fortsetzen. - Extrakt: Die Dosierung variiert je nach Hersteller, daher sollte die empfohlene Menge auf dem Etikett beachtet werden, meist jedoch 200-400 mg täglich in mehreren Portionen.
Goldruten-Bad
etwa 100 g Goldrutenkraut in 2 Liter Wasser für 10 Minuten kochen und das Wasser dann in das Badewasser geben. Das warme Bad hilft, Entzündungen zu lindern und entspannt den Körper.
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Goldrute wird in der Regel als gut verträglich angesehen, aber es gibt einige Punkte zu beachten:
Nicht geeignet während der Schwangerschaft:
Da Goldrute harntreibend wirkt, sollte sie während der Schwangerschaft nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.
Vorsicht bei Nierenproblemen:
Bei bestehenden Nierenproblemen sollte die Anwendung von Goldrute nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.
Mögliche Wechselwirkungen:
Wenn noch andere Medikamente eingenommen werden, insbesondere Diuretika (harntreibende Medikamente), könnte es zu Wechselwirkungen kommen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, bevor Sie mit der Einnahme beginnen.
Goldruten-Tinktur
selbst herstellen
Befüllen Sie
ein Glas mit
kleingeschnittenen
Stücken des Heilkrauts.
Füllen Sie es anschließend
mit 40-70% Alkohol
auf und verschließen
Sie es gut.
Lassen Sie das Gemisch
3 Wochen an einem
warmen Ort ziehen
und schütteln Sie die
Flasche 1x täglich.
Innerlich angewandt können 20-30 Tropfen der Goldruten-Tinktur pro Tag beispielsweise bei Blasenleiden eingenommen werden.
Äußerlich kann sie auch bei kleinen Wunden
als Desinfektionsmittel angewandt werden.
Einschätzungen über die Wirksamkeit von Goldrute:
- traditionelle EMA-Anwendung (EMA/HMPC-Monografie)
- Traditionelle Anwendung bei leichten Harnwegsbeschwerden; insbesondere zur Durchspülung
[https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/solidaginis-virgaureae-herba]
D-Mannose
D-Mannose ist ein natürlicher Einfachzucker, der eng mit Glukose verwandt ist. Er kommt in kleinen Mengen in Früchten wie Äpfeln, Orangen oder Cranberries vor. Im Gegensatz zu anderen Zuckerarten wird D-Mannose im Körper kaum verstoffwechselt, sondern größtenteils über die Nieren in die Blase ausgeschieden.
Für den deutschen und europäischen Markt wird D-Mannose in der Regel industriell hergestellt, nicht direkt aus Früchten extrahiert.
Typische Quellen:
- Pflanzliche Rohstoffe (meist Mais oder andere Stärkequellen)
- Umwandlung von Glukose → D-Mannose durch enzymatische Prozesse oder chemische Isomerisierung.
Wie wirkt D-Mannose?
Die häufigste Ursache für Blasenentzündungen sind Escherichia coli-Bakterien (E. coli). Diese heften sich mithilfe kleiner Haftstrukturen (Fimbrien) an die Schleimhaut der Harnwege.
Hier kommt D-Mannose ins Spiel:
- Sie bindet an die Haftstrukturen der Bakterien
- Dadurch können sich die Erreger nicht mehr an der Blasenwand festsetzen
- Die Bakterien werden beim Wasserlassen einfach ausgeschwemmt
Dieser Mechanismus ist rein physikalisch und greift nicht in den Stoffwechsel ein – ein großer Vorteil gegenüber Antibiotika.
D-Mannose wirkt primär über die Hemmung der E. coli-Adhäsion an der Blasenwand – bei P. mirabilis ist der Effekt nicht belegt, da dieser Keim andere Adhäsionsmechanismen nutzt.
Vorteile von D-Mannose
- Gut verträglich

- Keine bekannte Resistenzbildung
- Kann vorbeugend und akut eingesetzt werden
- Unterstützt die körpereigene Abwehr
Viele Betroffene berichten von einer schnellen Linderung der Beschwerden, besonders bei frühzeitiger Einnahme. Andere Frauen wiederum spüren keine Verbesserung Ihrer Beschwerden. Sie können es nur für sich selbst herausfinden.
Anwendung & Dosierung
D-Mannose ist meist als Pulver oder in Kapselform erhältlich. Typische Empfehlungen sind:
- Akut: Mehrmals täglich (z.B. alle 2–3 Stunden in den ersten Tagen)
- Vorbeugend: 1–2 Mal täglich
Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, damit die Bakterien effektiv ausgespült werden.
- D-Mannose gibt es entweder als Monopräparate (nur D-Mannose) oder kombiniert mit Cranberry-Extrakt, Vitamin C oder Probiotika
- Achten Sie darauf, dass D-Mannose aus gentechnisch-unbehandeltem Mais gewonnen wird.
Bei der Vorbeugung und unterstützenden Behandlung von Blasenentzündungen werden häufig Kombipräparate aus D-Mannose und Cranberry eingesetzt. Obwohl beide Ansätze darauf abzielen, das Anhaften von Bakterien an der Blasenschleimhaut zu erschweren, unterscheiden sich ihre Wirkmechanismen. In Kombination kann dies zu einer ergänzenden Wirkung führen:
D-Mannose bindet vor allem bestimmte E.-coli-Bakterien direkt, während Cranberry-Inhaltsstoffe die Anheftung generell reduzieren. Dadurch ergibt sich ein breiterer Ansatz zur Unterstützung der Harnwegsgesundheit, weshalb Kombipräparate häufig bevorzugt werden.
Auf dem Markt gibt es viele Präparate, oft als Pulver oder Kapseln.
Häufige Marken sind:
- Femannose®
- D-Mannose Stada®
- tetesept® D-Mannose
- Orthomol® Uro (Kombipräparat)
- D-Mannose von Doppelherz®
- Fairvital D-Mannose
- Vit4ever D-Mannose
Studienlage D-Mannose
D-Mannose ist ein Einfachzucker, der häufig als Alternative oder Ergänzung zu Antibiotika bei Blasenentzündungen eingesetzt wird. Die Annahme beruht darauf, dass D-Mannose die Anheftung bestimmter E. coli-Bakterien an die Blasenschleimhaut erschweren kann. Zahlreiche Betroffene berichten von positiven Erfahrungen, und entsprechend gibt es viele D-Mannose-Präparate auf dem Markt.
Die wissenschaftliche Studienlage entwickelt sich weiter. Während kleinere Studien und der bekannte Wirkmechanismus einen möglichen Nutzen nahelegen, liegen bislang nur wenige hochwertige klinische Studien zur Behandlung der akuten Blasenentzündung vor.
Eine größere Vergleichsstudie mit dem Antibiotikum Fosfomycin wurde bereits durchgeführt, ihre Ergebnisse wurden jedoch bislang noch nicht in einem begutachteten Fachjournal veröffentlicht.
Ob D-Mannose für die eigene Situation infrage kommt, ist daher eine individuelle Entscheidung, die jede Betroffene gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt treffen kann.
Cranberrys
Cranberry: 🟢 klinisch gut untersucht – vor allem Rezidivprophylaxe (vorbeugend bei wiederkehrenden Blasenentzündungen)
Cranberrys, sind die großfrüchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon),
gehört zur Gattung der Heidelbeeren. Die leuchtend roten Beeren gelten als gesundheitsfördernd: Sie können Herz-Kreislauf-System, Blutdruck, Zuckerstoffwechsel, Magengesundheit und Entzündungswerte positiv beeinflussen. Auch in Mundwasser werden sie eingesetzt, da sie Kariesbakterien hemmen.
Die wichtigste Substanz in Cranberrys sind die A-Proanthocyanidine.
- Starke Antioxidantien: schützen vor freien Radikalen
- In anderen Früchten häufig nur B-Proanthocyanidine (weniger wirksam)
- Fast 95 % der Proanthocyanidine in Cranberrys sind vom A-Typ.
- Diese A-Proanthocyanidine sind besonders effektiv gegen Bakterien, weil sie deren Anhaftung an Schleimhäuten verhindern.
Cranberrysaft gilt traditionell als Hausmittel gegen Harnwegsinfekte.
- Der Anti-Adhäsions-Effekt der A-Proanthocyanidine verhindert, dass Escherichia coli (häufigster Auslöser von Blasenentzündungen) an die Blasenwand anhaftet.
- Die Bakterien werden mit dem Urin ausgeschieden
- Vermehrung in der Blase wird verhindert
Polyphenole hemmen gleichzeitig entzündliche Prozesse
Wer Cranberrys regelmäßig konsumiert, kann damit die Harnwegsgesundheit langfristig fördern. Cranberrys sind herb und sauer und roh meist schwer zu genießen. Viele Produkte sind gesüßt → unbedingt ungesüßte Varianten bevorzugen!
- Bakterien wie Escherichia coli „ernähren“ sich von Zucker
- Die Blase wird quasi zu einem idealen Nährboden
- Infektionen entstehen schneller und können hartnäckiger sein
Bei Pulver oder Kapseln ist auf einen standardisierten Proanthocyanidingehalt zu achten, um Wirksamkeit sicherzustellen.
Wichtig ist, dass viele handelsübliche Produkte nicht standardisiert sind – der tatsächliche Wirkstoffgehalt kann also stark variieren.
Die optimale Darreichungsform ist noch nicht endgültig geklärt.
Studien haben folgende Richtwerte ermittelt (tägliche Einnahme):
750ml Saft
2 x 250ml
72mg A-Proanthocyanidine
einmalige
hohe Dosis
Saft
standardisierter Extrakt/ Pulver
zeigte kurzfristige antibakterielle Effekte
über mehrere Wochen, ungesüßt
entspricht ca. 100g frischen Beeren
750ml Saft – einmalige hohe Dosis – zeigte kurzfristige antibakterielle Effekte
2 x 250ml – Saft – über mehrere Wochen, ungesüßt
72mg A-Proanthocyanidine – standardisierter Extrakt/ Pulver – entspricht ca. 100g frischen Beeren
Studienlage Cranberry
Meta-Analysen zeigen Hinweise auf Reduktion wiederkehrender Infekte.
- Gute klinische Evidenz zur Vorbeugung
- Darreichungsform, Dosierung und Wirkstoffgehalt variieren stark
- Therapeutische Effekte beobachtet bei z.B. 2 × 250 ml Saft täglich über mehrere Wochen
- Anti-Adhäsions-Wirkung ist vergleichbar mit der Mechanik von D-Mannose, jedoch über andere molekulare Bindungen.
- Reduziert bei Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen das Risiko weiterer Infektionen
- Cochrane Review 2023 – 50 Studien, 8.857 Teilnehmer. Die Autoren unterstützen die Anwendung zur Rezidivprophylaxe. [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37947276/]
Brennnessel
Brennnessel: 🟡 EMA: traditionelle Anwendung zur Durchspülung
Die Brennnessel (Urtica dioica) wird traditionell zur Unterstützung bei einer Zystitis eingesetzt. Im Gegensatz zu Cranberry oder D-Mannose basiert ihre Wirkung nicht auf der Hemmung bakterieller Anhaftung, sondern auf einer gesteigerten Harnausscheidung.
Brennnesselblätter enthalten Kaliumsalze, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren. Diese Inhaltsstoffe fördern die Harnausscheidung (diuretischer Effekt). Dadurch wird:
- die Urinmenge erhöht
- die Verweildauer von Keimen reduziert
- ein mechanisches Ausspülen von Bakterien wie Escherichia coli unterstützt
Dieser Ansatz wird als durchspülende Therapie der Harnwege genutzt.
Brennnessel-Tee
- 2–4 g getrocknete Brennnesselblätter pro Tasse
- 3–5 Tassen täglich
- Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5–2 Litern pro Tag ist notwendig, damit die durchspülende Wirkung eintritt.
- Besonders empfehlenswert sind Teemischungen aus Brennnessel und Weidenröschen. Durch seine anregende Wirkung hilft das Weidenröschen auch gegen Reizblase und bei Harninkontinenz.
Extrakte
- 300–600 mg Trockenextrakt täglich
- Einnahme verteilt auf mehrere Dosen
- Das Pulver kann in Wasser aufgelöst und getrunken werden oder in Smoothies, Dips, Saucen usw. verwendet werden.
Brennnesselsaft
Beim Kauf von Brennnesselsaft beachten:
- 100 % Direktsaft statt Konzentrat: ohne zusätzliche Verarbeitungs-schritte oder Verdünnung.
- Keine Zusatzstoffe:
Ein guter Brennnesselsaft kommt ganz ohne Konservierungsmittel, Zucker oder künstliche Aromen aus. - Bio-Qualität bevorzugen:
Besonders bei Kräutern ist es wichtig, auf chemische Pflanzenschutzmittel zu verzichten. - Dunkle Glasflasche und lichtgeschützt:
Die empfindlichen Inhaltsstoffe des Brennnesselsafts reagieren auf Licht. Eine braune oder grüne Glasflasche schützt die Qualität und verlängert die Haltbarkeit. - Hersteller mit Erfahrung:
Marken wie Schönenberger sind bekannt für ihre hochwertigen Pflanzensäfte und setzen auf traditionelle Herstellungsmethoden. Auch bei Rossmann oder dm finden Sie inzwischen gute Produkte – schauen Sie aber genau auf die Details.
Studienlage Brennnessel
Die Anwendung von Brennnesselblättern bei Harnwegsbeschwerden ist phytotherapeutisch anerkannt:
- Die European Medicines Agency bewertet Brennnesselblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Durchspülung der Harnwege bei leichten Beschwerden.
- Die Kommission E empfiehlt Brennnessel bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.
- Direkte randomisierte klinische Studien speziell zur Behandlung der akuten Blasenentzündung mit Brennnessel sind begrenzt.
- Die Wirksamkeit wird daher primär aus pharmakologischen Eigenschaften und langjähriger Anwendung abgeleitet, nicht aus moderner evidenzbasierter Studienlage wie bei D-Mannose.
- traditionelle EMA-Anwendung (EMA/HMPC-Monografie) [https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/urticae-folium]
Weitere Anwendungsgebiete der Brennnessel
Entzündlich-rheumatische Beschwerden
(z.B. Arthrose, rheumatoide Arthritis)
Benigne Prostata-hyperplasie (gutartige Prostata-vergrößerung)
Reizblase und funktioneller Harndrang
Unterstützung bei Neigung zu Nieren- und Blasensteinen
Eisenmangel-bedingte Müdigkeit
Hautprobleme (z.B. Akne, Ekzeme, allergische Reaktionen)
Leichte Verdauungs-beschwerden
Bärentrauben-Blätter
Bärentraubenblätter: 🟡 EMA: traditionelle Anwendung bei leichten Harnwegsinfektionen
Bärentraubenblätter (Arctostaphylos uva-ursi)
gehören zu den klassischen pflanzlichen Arzneimitteln zur Behandlung von Harnwegsinfekten. Besonders bei einer Zystitis werden sie gezielt eingesetzt, da sie eine direkte antibakterielle Wirkung im Harntrakt entfalten.
Die entscheidenden Wirkstoffe der Bärentraubenblätter sind:
- Arbutin
- Methylarbutin
Diese werden im Körper zu Hydrochinon umgewandelt, das über den Urin ausgeschieden wird.
Dort wirkt es:
- antibakteriell gegen typische Erreger wie Escherichia coli
- hemmend auf das Wachstum von Keimen
- leicht entzündungshemmend
Die antibakterielle Wirkung entfaltet sich vor allem in einem alkalischen (basischen) Urinmilieu, da die Umwandlung zu aktivem Hydrochinon pH-abhängig ist.
- Für optimale Wirkung sollte der Urin möglichst nicht stark sauer sein
- Eine gleichzeitige Einnahme von stark säuernden Substanzen (z. B. hohe Vitamin-C-Dosen) kann die Wirkung abschwächen
- Viel trinken (unterstützt die Wirkung)
Bärentraubenblätter-Tee
- 2–3 g getrocknete Blätter pro Tasse
- 2–4 Tassen täglich
Extrakte
- entsprechend standardisierten Präparaten (üblich: 400–800 mg Arbutin pro Tag)
Anwendung
- Maximal 5–7 Tage pro Anwendung
- Nicht häufiger als 5-mal pro Jahr
Diese Einschränkung besteht wegen möglicher Belastung durch Hydrochinon bei längerer Anwendung.
Bärentraubenblätter sind nicht geeignet:
- in der Schwangerschaft und Stillzeit
- für Kinder
- bei Nierenerkrankungen
Nebenwirkungen sind selten, können aber Magen-Darm-Beschwerden umfassen.
Einordnung der Wirkung
Im Vergleich zu anderen naturheilkundlichen Mitteln:
- D-Mannose / Cranberry: verhindern Anhaften von Bakterien
- Brennnessel: erhöht die Harnausscheidung
- Bärentraubenblätter: wirken direkt antibakteriell im Urin
Bärentraubenblätter gehören zu den wenigen pflanzlichen Arzneimitteln, deren direkte antibakterielle Wirkung im Harntrakt vergleichsweise gut belegt ist. Andere Heilpflanzen wie Goldrute zeigen zwar ebenfalls antimikrobielle Eigenschaften, ihre Bedeutung bei Blasenentzündungen wird jedoch eher auf harntreibende und entzündungshemmende Effekte zurückgeführt.
Studienlage & med. Bewertung
- traditionelle EMA-Anwendung
- Die European Medicines Agency erkennt Bärentraubenblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel an → zur Behandlung unkomplizierter Harnwegsinfekte
- Die Kommission E bestätigt die Anwendung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege
- In vitro-Studien zeigen eine klare antibakterielle Wirkung gegen typische uro-pathogene Keime. Klinische Studien am Menschen sind vorhanden, jedoch weniger umfangreich als bei Antibiotika; die Datenlage wird als „traditionell gut belegt“ eingestuft.
- Traditionelle Anwendung bei frühen Symptomen leichter Harnwegsinfektionen wie Brennen und häufigem Wasserlassen
- EMA/HMPC-Monografie. Wichtig: traditionelle Anwendung, kein ausreichender klinischer Wirksamkeitsnachweis. [https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/uvae-ursi-folium]
Kapuzinerkresse
Kapuzinerkresse + Meerrettich: 🟢 klinisch untersucht – akute Zystitis und Rezidivprophylaxe
Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
ist eine einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Kapuziner-kressengewächse (Tropaeolaceae). Verwendet werden vor allem die Blätter, Blüten und Samen. Traditionell dient sie als scharf-würziges Nahrungs-mittel und Heilpflanze, insbesondere zur Unterstützung der Harnwege und Atemwege.
Wie wirkt Kapuzinerkresse?
• Antibakteriell: Hemmt u. a. grampositive und gramnegative Bakterien in den Harnwegen.
• Entzündungshemmend: Mildert Reizungen der ableitenden Harnwege.
• Immunsystem unterstützend: Aktiviert körpereigene Abwehrmechanismen.
• Traditionelle Anwendung: Häufig kombiniert mit Meerrettich zur Prävention und begleitenden Behandlung von Harnwegs- und Atemwegsinfekten
Darreichungsformen
Frische Blätter und Blüten: können roh verzehrt oder als Frischsaft verwendet werden. Ein Tee ist zwar möglich, gilt aber als weniger geeignet, da die wirksamen Senföle durch Hitze teilweise verloren gehen.
Fertigpräparate: Tabletten oder Kapseln, meist in Kombination mit Meerrettich. Anwendung nach Packungsbeilage.
Saft oder Tinktur: Präparate aus frischen Pflanzenbestandteilen; Dosierung gemäß Herstellerangaben.
Studienlage Kapuzinerkresse
- Klinische Studien meist in Kombination mit Meerrettich.
- Ergebnisse: Reduktion von Harnwegsinfekten, Verringerung von Rückfällen.
- In-vitro-Studien zeigen antibakterielle Wirkung gegen E. coli, Streptokokken und Staphylokokken.
- Einzelne Humanstudien sind begrenzt
- Tradition und Kombinationstherapie stützen den Einsatz.
- Studie zu Kapuzinerkresse & Meerrettich als Kombi-Präparat: [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28352615/]
Kapuzinerkresse-Tinktur selbst herstellen
Bei Erkrankungen nimmt man 3-4 mal täglich 30 Tropfen der Tinktur verdünnt mit etwas Wasser. Man kann die Tinktur auch zur Vorbeugung nehmen, wenn man das Gefühl hat dass sich ein Infekt anbahnt.
Vorbeugend genügen 2 mal täglich 15-20 Tropfen.
Nach spätestens 6 Wochen solltet man aber pausieren.
Meerrettich
Kapuzinerkresse + Meerrettich: 🟢 klinisch untersucht – akute Zystitis und Rezidivprophylaxe
Meerrettich (Armoracia rusticana)
ist eine mehrjährige Wurzelpflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), deren unterirdische Wurzel seit Jahrhunderten sowohl als scharfes Küchengewürz als auch als Heilpflanze genutzt wird. Medizinisch verwendet wird ausschließlich die Wurzel, nicht die oberirdischen Teile.
Meerrettich enthält eine Vielzahl an Mikronährstoffen (z.B. Vitamin C, Vitamine B1, B2 und B6, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor) sowie Stoffe mit antibiotischer Wirkung. Die zentralen medizinisch wirksamen Stoffe im Meerrettich sind Senfölglykoside, insbesondere Sinigrin und Gluconasturtiin.
Traditionelle Anwendung: Innerlich bei Harnwegs‑ und Atemwegsinfekten, äußerlich zur Durchblutungsförderung. Eine Positivbewertung durch die deutsche Kommission E listet Meerrettich innerlich unterstützend bei Infektionen der ableitenden Harnwege.
Bei der Behandlung von Blasenentzündungen werden häufig Kombipräparate aus Kapuzinerkresse und Meerrettich eingesetzt.
Obwohl beide Pflanzen Senföle enthalten, unterscheiden sich ihre konkreten Wirkstoffe. In Kombination ergibt sich ein breiteres antibakterielles Spektrum, eine möglicherweise stärkere Gesamtwirkung und eine bessere wissenschaftliche Absicherung – weshalb Kombipräparate in der Praxis bevorzugt werden.
Wie wirkt Meerrettich?
- Antibakteriell / antimikrobiell: Isothiocyanate hemmen Bakterienwachstum und wirken gegen verschiedene Erreger.
- Entzündungshemmend: Die Senföle können Entzündungsprozesse modulieren.
- Unterstützung der Abwehr: Die Wirkstoffe können das Immunsystem stimulieren.
- Senfölglykoside (Glucotropaeolin) – beim Zerkleinern wird es durch das Enzym Myrosinase in Benzyl-Isothiocyanat umgewandelt, der antibakteriell wirkt.
- Flavonoide und Vitamin C – wirken antioxidativ und unterstützen die Immunabwehr.
- Weitere sekundäre Pflanzenstoffe – unterstützen Entzündungshemmung und die Abwehr von Bakterien
Darreichungsformen
Frische Wurzel:
gerieben (bis etwa 20 g pro Tag) oder gepresst (z.B. als Saft)
Fertigpräparate / Extrakte:
Kombinationen mit anderen Pflanzen (z. B. Kapuzinerkresse) in Tablettenform
Meerrettich ist scharf und kann bei empfindlichen Personen Schleimhäute reizen, daher sollte mit niedrigeren Dosen begonnen und auf Verträglichkeit geachtet werden.
Studienlage Meerrettich
In-vitro‑Untersuchungen bestätigen die antibakterielle Wirkung der Senföle gegen Erreger grampositiver und gramnegativer Bakterien.
Eine Kombination aus Meerrettich und Kapuzinerkresse wurde klinisch untersucht: Sie zeigte bei wiederkehrenden Infekten der Harnwege und Atemwege eine Reduktion von Symptomen und Rückfällen und wird auch in medizinischen Leitlinien erwähnt.
Einzelstudien zu Meerrettich alleine sind seltener, generell basiert die Evidenz in der Humanmedizin häufig auf Kombinationen und traditioneller Anwendung.
Die Meerrettichpaste (natürliches „Penicillin“)
Das natürliche „Penicillin“ ist ein Rezept aus der Volksheilkunde Bayerns. Dort wird es schon seit Jahrzehnten als „Penicillin“ bezeichnet, obwohl es natürlich kein echtes Penicillin ist und auch keine Wirkstoffe enthält, die das echte Penicillin ausmachen.
Die Kombination aus
Meerrettich, Ingwer,
Kurkuma und
Zitronen hat stark
antibakterielle Wirkung.
Das Rezept
finden Sie hier
L-Methionin
L-Methionin ist eine essenzielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Sie dient unter anderem als Schwefellieferant und ist an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt. L-Methionin wird eingesetzt:
- begleitend bei akuter Blasenentzündung
- zur Vorbeugung wiederkehrender Infekte
- bei bestimmten Blasenfunktionsstörungen
Allerdings sollte die Anwendung immer ärztlich abgeklärt werden – insbesondere bei bestehenden Erkrankungen oder dauerhafter Einnahme.
Wirkung von L-Methionin bei Blasenentzündung
Der zentrale Wirkmechanismus basiert auf der Senkung des Urin-pH-Wertes:
- L-Methionin wird im Körper zu Schwefelsäure abgebaut
- Dadurch wird der Urin saurer (pH ca. 5–6)
Ein saures Milieu kann das Wachstum vieler Bakterien hemmen. L-Methionin wirkt also nicht direkt antibakteriell, sondern verändert die Umgebung, sodass sich Keime schlechter vermehren können. Zusätzlich kann die Ansäuerung:
- die Wirksamkeit bestimmter Antibiotika verbessern
- die Neubildung bestimmter Harnsteine verhindern
Studienlage L-Methionin
Die Datenlage zu L-Methionin ist uneinheitlich und begrenzt.
Kritische Bewertung
Es existieren nur wenige hochwertige Studien. Eine zentrale Untersuchung zeigte keinen klaren Nutzen. Studiendesign und Datenlage wurden als unsicher und verzerrungsanfällig bewertet. [doccheck.com]
Positive Hinweise
Eine ältere randomisierte Studie zeigte: Reduktion wiederkehrender Harnwegsinfekte. Etwa halbierte Infektrate unter L-Methionin im Vergleich zu Placebo. [Rosenfluh Publikationen AG]
Kollodiales Silber
Kolloidales Silber ist eine Flüssigkeit, die aus ultrafeinen Silberpartikeln oder Silberionen besteht, die in gereinigtem Wasser verteilt sind. Die Partikel sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind und in der Schwebe bleiben. Je nach Herstellungsverfahren unterscheidet sich das Verhältnis von Silberpartikeln zu Silberionen sowie die Partikelgröße erheblich. Diese Faktoren beeinflussen die Eigenschaften des Produkts und erschweren den Vergleich verschiedener Präparate.
Silber ist seit Jahrhunderten für seine antimikrobiellen Eigenschaften bekannt und wird bis heute in bestimmten medizinischen Anwendungen eingesetzt, beispielsweise in Wundauflagen, Verbandsmaterialien oder Beschichtungen von Medizinprodukten.
Warum gibt es so wenige Studien?
Klinische Studien sind sehr aufwendig und teuer. Da kolloidales Silber nicht patentierbar ist, besteht für Unternehmen nur ein geringer wirtschaftlicher Anreiz, die erforderlichen Millionenbeträge in große Zulassungsstudien zu investieren. Gleichzeitig erfüllen positive Erfahrungsberichte und Laboruntersuchungen nicht die Anforderungen, die heute an einen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis gestellt werden. Deshalb beruht die Anwendung bislang vor allem auf praktischen Erfahrungen und nicht auf einer umfangreichen klinischen Studienlage.
Kolloidales Silber wird von vielen AnwenderInnen als natürliches Mittel zur Unterstützung bei Blasenbeschwerden geschätzt.
Eigene Herstellung
Kolloidales Silber lässt sich mithilfe eines sogenannten Silbergenerators auch selbst herstellen. Ein Silbergenerator funktioniert durch Elektrolyse – ein Vorgang bei dem elektrischer Strom durch zwei oder mehr Elektroden aus Silber geleitet wird, die sich in destilliertem Wasser befinden. Dieser Prozess führt dazu, dass feine Silberpartikel oder Silberionen in der Flüssigkeit suspendiert werden, wodurch kolloidales Silber entsteht. Der Generator ermöglicht somit die Herstellung von kolloidalem Silber für den persönlichen Gebrauch.
Anwendung
Innerlich wendet man das Kolloidale Silber dann an, wenn die Beschwerden das Immunsystem offensichtlich überlasten und der Körper kurzfristige Unterstützung benötigt.
Kolloidales Silber gilt nicht als Lebensmittel, auch nicht als Nahrungsergänzungsmittel und ist natürlich auch kein Arzneimittel.
Daher dürfen Hersteller keine Empfehlungen für die innere Anwendung auf die Flasche schreiben, müssen das Produkt als z.B. Reinigungs- oder Desinfektionsmittel deklarieren und müssen sogar „Nur äußerlich verwenden. Nicht einnehmen“! darauf schreiben.
Es gibt keinen Grund für eine tägliche Anwendung des Kolloidalen Silbers.
Bei kolloidalem Silber handelt es sich – was die innere Anwendung betrifft – um ein Mittel für Notfälle, das man einsetzt, wenn das Immunsystem offensichtlich überfordert ist, wie z.B. in Grippezeiten, bei schweren Infektionen oder bei Gesundheitsproblemen im Urlaub.
Es handelt sich aber nicht um ein Nahrungsergänzungsmittel zur täglichen Einnahme.
Auch rein prophylaktisch sollte das Kolloidale Silber im Allgemeinen nicht eingenommen werden.
Laborstudien
weisen auf antibakterielle Eigenschaften von Silber hin. Ob diese Wirkung auch bei der Einnahme zur Behandlung einer Blasenentzündung in gleichem Maße erreicht wird, ist bislang wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht.
Die bisherigen Erfahrungen aus der Praxis sind überwiegend anekdotisch und werden von vielen Betroffenen als positiv beschrieben, während belastbare klinische Studien noch fehlen.
Ausführlichere Informationen über Kollodiales Silber, Anwendung und Herstellung finden Sie hier:
HINWEIS
Der Button oben führt zu einer externen Webseite, die Geräte zur Herstellung von kolloidalem Silber anbietet. Wir machen uns die Inhalte dieser Seite nicht zu eigen. Die Herstellung und der Konsum von kolloidalem Silber sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Wir übernehmen keine Haftung für die Sicherheit, Wirksamkeit oder rechtliche Zulässigkeit der dort angebotenen Produkte oder der daraus hergestellten Lösungen. Konsultieren Sie vor der Anwendung immer einen Arzt.
Propolis
Propolis ist ein harzartiges Sammelsubstrat, das Bienen aus Knospen und Baumrinde gewinnen und mit eigenen Sekreten anreichern, um daraus ein natürliches Schutzmittel für den Bienenstock zu formen. Es enthält über 400 bioaktive Stoffe wie Flavonoide und Phenolsäuren, denen eine stark antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird.
Allgemeine Wirkung von Propolis:
- Immunsystem stärkend/regulierend
- revitalisierend
- zellverjüngend
- antibakteriell
- antiviral
- antifungal (gegen Pilzwachstum)
- anästhesierend (schmerzstillend)
- antioxydativ (gegen freie Radikale)
- entgiftend (Schwermetalle zum Beispiel)
- antikarzinogen (gegen Krebsentstehung)
- antiallergisch
- blutdruckregulierend
Studienlage Propolis
Zusammenfassung der Studie (Bruyère et al., 2019):
- Studienziel: Prüfung eines Kombinationspräparats aus 400 mg Propolis, 600 mg Cranberry-Extrakt und 5 mg Zink zur Vorbeugung von Rezidiven bei Frauen mit chronischen Blasenentzündungen.
- Ergebnis zur Häufigkeit: Die Gruppe, die das Präparat einnahm, hatte im Durchschnitt weniger Infekte (2,3 Episoden) als die Placebo-Gruppe (3,1 Episoden), wobei dieser Unterschied statistisch nicht signifikant war (p = 0,09) .
- Ergebnis zur Dauer: Der entscheidende Vorteil zeigte sich in der Zeit bis zum nächsten Infekt: Frauen in der Behandlungsgruppe warteten im Schnitt 70 Tage auf einen neuen Infekt, während es in der Placebo-Gruppe nur 43 Tage waren; dieser Unterschied war statistisch signifikant (p = 0,026) .
- Verträglichkeit: Das Präparat wurde gut vertragen, und es traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf .
Die Studie (PMCID: PMC7712063) untersucht die Wirkung von Propolis als Zusatztherapie bei Frauen mit einer unkomplizierten akuten Blasenentzündung (Zystitis).
In einer randomisierten, doppelblinden Studie erhielten 120 Frauen über sieben Tage entweder Propolis (2 × 500 mg täglich) oder ein Placebo, zusätzlich zum Standard-Antibiotikum Ciprofloxacin.
Das Ergebnis:
Während die Bakterienbelastung in beiden Gruppen sank, reduzierte die Propolis-Gruppe signifikant stärker typische Symptome wie häufiges Wasserlassen, Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen als die Placebo-Gruppe .
Zusammenfassend zeigt die Studie, dass Propolis die symptomatische Linderung bei einer akuten Blasenentzündung in Kombination mit Antibiotika beschleunigen kann, wobei keine signifikanten Unterschiede bei Blut im Urin oder Unterbauchschmerzen festgestellt wurden
Es gibt noch weitere Heilkräuter, die bei Harnwegsinfekten unterstützend wirken können.
Bei wiederkehrenden Infektionen ist es außerdem sinnvoll, die Darmflora zu stärken, da sie durch ihre Nähe zum Scheideneingang maßgeblich das Gleichgewicht der vaginalen Umgebung und die Abwehrkräfte beeinflusst.
Erfahren Sie im Folgenden, welche weiteren Maßnahmen hilfreich sein können:
Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurzel & Rosmarinblättern
In einer randomisierten Phase-III-Studie wurde das pflanzliche Arzneimittel Canephron® N (mit Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurzel und Rosmarinblättern) mit Fosfomycin-Trometamol, einem der am häufigsten eingesetzten und leitlinienempfohlenen Antibiotika zur Behandlung einer akuten unkompli-zierten Blasenentzündung, verglichen.
Nach dem vorab festgelegten Studien-kriterium war Canephron® N dem Antibiotikum nicht unterlegen:
83,5 % der Patientinnen benötigten kein zusätzliches Antibiotikum (gegenüber 89,8 % in der Fosfomycin-Gruppe).
Die Beschwerden besserten sich in beiden Gruppen ähnlich, wobei Fosfomycin in den ersten Tagen etwas schneller wirkte.
Die Studie wurde vom Hersteller von Canephron® finanziert, weshalb die Ergebnisse trotz des hochwertigen Studiendesigns mit entsprechender Vorsicht eingeordnet werden sollten.
Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und soll Ihnen einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten geben, mit denen Sie Ihren Körper bei der Bewältigung einer Zystitis unterstützen können.
Die dargestellten Informationen stellen keine individuelle Empfehlung dar und ersetzen weder eine ärztliche Beratung noch eine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Es handelt sich nicht um ein Heilversprechen.
Die aufgeführten Möglichkeiten sind zudem nicht abschließend und spiegeln lediglich eine Auswahl der derzeit verfügbaren Ansätze wider.
Was immer du tun kannst oder
wovon du träumst – fange es an.
In der Kühnheit liegt Genie,
Macht und Magie.
Johann Wolfgang von Goethe
